MIITOPIA (3DS)

Ein neues RPG für den 3DS? Eine Welt, die aus Charakteren besteht, die entweder meine Freunde oder bekannte Persönlichkeiten sein können? Das klingt nach Spaß! Ich habe mir Miitopia für den 3DS angesehen und durchgezockt. Was ich davon halte, was gut oder schlecht ist und warum ich es bis zum Ende durchgezogen habe, erfahrt ihr in diesem Bericht.

Anfangs in Anfangs – so nannte ich die erste Folge zu meinem Miitopia Let’s Play auf YouTube und das  trifft es ganz gut. Denn: das spiegelt den Humor und gleichzeitig auch die Zielgruppe des Spiels wieder. Wir starten in einer Stadt die Anfangs heißt, kommen dann in das Königreich „Nebenan“ und verbringen ein wenig Zeit in „Watsum Geia“ (ausgesprochen Watt zum Geier). Durch die typisch niedliche Nintendo 3DS Grafik und die oben genannten Orte lässt es sich schnell vermuten: Dieses Spiel ist für eine jüngere Zielgruppe gedacht. Wie ihr aber wisst, bin ich nicht mehr der Jüngste, warum also habe ich es dennoch gerne gespielt? Das erläutere ich in den nächsten Zeilen. Hierbei werde ich versuchen nicht zu spoilern und nur die Kernaspekte des Spieles zu durchleuchten.

Die Story ist schnell erzählt und wird einem auf der Rückseite der Spielepackung, sowie in den ersten Spielminuten beigebracht. Ein dunkler Fürst streift umher und klaut die Gesichter der Menschen. Eure Aufgabe ist es, von ihm beherrschte Monster zu besiegen und so die Gesichter zurückzuholen. Natürlich müsst ihr irgendwann auch den dunklen Fürsten selbst besiegen um die Welt zu retten. Zu Ende des Spiels gibt es noch einen kleinen Plot Twist in typischer JRPG Manier, welcher noch ein bisschen Schwung hineinbringt. Im Großen und Ganzen war es das aber auch schon. Ihr reist von Ort zu Ort und rettet die Welt. Ihr wählt einen Zielort auf der Oberwelt aus und die Charaktere laufen automatisch dorthin. In kleinen Zwischenpassagen seht ihr dann, wie diese von links nach rechts gehen. In dieser Zeit könnt ihr nur zusehen und darauf warten, dass etwas passiert. Ein Hoch auf den Erfinder der Beschleunigen-Taste, welche bei mir permanent gedrückt war. Hier hat mich vor allem gestört, dass sich die Geschichte sehr oft wiederholt und es sich so anfühlt, als würde ich immer wieder von vorne beginnen. Jeder, der schon die ersten 10 Stunden hinter sich gebracht hat, weiß wovon ich rede. Ist die Hauptstory abgeschlossen, geht für die Grinder und Farmer das Spiel erst so richtig los. Es gibt nämlich jede Menge „Post-Game-Content“, der mich persönlich aber nicht gereizt hat.

Anfangs könnt ihr euch eine Klasse für euren Charakter aussuchen. Die Auswahl begrenzt sich dabei zu Beginn nur auf einige Wenige. Im Laufe des Spiels könnt ihr weitere Klassen freischalten. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Auch wenn Klassen wie Koch, Prinzessin oder Katze für ein Kinderspiel vollkommen in Ordnung sind, so fehlten mir doch einige Klassen aus anderen Titeln, über die ich mich sehr gefreut hätte. Zum Kampfsystem selbst: Es handelt sich hierbei um ein rundenbasiertes Kampfsystem à la Oldschool Final Fantasy. Ihr schaltet euch durch das Leveln der Charaktere weitere Fähigkeiten frei. Es gibt keine Attributpunkte zu verteilen und ihr könnt lediglich euren eigenen Charakter im Kampf steuern. Die anderen Teammitglieder agieren wahllos. Hier kann der Frustfaktor schnell ansteigen, denn wenn diese euch nicht im richtigen Moment heilen, kann der Kampf sehr schnell vorbei sein. Leider muss ich sagen, dass hier das größte Potenzial verloren ging. Allein die Möglichkeit alle Charaktere der Gruppe befehligen zu können, hätte das Kampfsystem ordentlich aufpoliert und taktisch spannender gestaltet.

In den Gasthäusern tauschen sich eure Charaktere untereinander aus. Das ist speziell für die bevorstehenden Kämpfe extrem wichtig. Es gibt ein sogenanntes „Bindungslevel“. Dieses zeigt an, wer mit wem befreundet ist. Steigt dieses, so werden spezielle Bindungs-Fähigkeiten freigeschaltet. Die Charaktere unterstützen sich dann bei einzelnen Angriffen im Kampf oder blockieren den gegnerischen Angriff. Sehr praktisch, nur leider kann man auch dies nicht selbst steuern oder aktivieren.

Wie es für ein RPG typisch ist, spielt auch die passende Ausrüstung eine wichtige Rolle. Leider ist es in diesem Spiel nicht möglich bei einem Händler verschiedene Ausrüstung für einen bestimmten Charakter zu erwerben, welche unterschiedliche Werte aufweist. Seid ihr in einem Gasthaus, so besteht die Möglichkeit, dass einer der Charaktere sein Interesse bekundet, ein wenig Taschengeld ausgeben zu wollen. Hier könnt ihr dann immer nur den nächst besseren Gegenstand kaufen. Schwert 1 -> Schwert 2 -> Schwert 3 und so weiter. Auch gibt es im Gasthaus zwei Minispiele: Roulette und Schere, Stein, Papier. Bei Roulette könnt ihr meist Ausrüstung, Erfahrungsboni oder Mahlzeiten gewinnen. Bei Schere, Stein, Papier könnt ihr gegen eine KI spielen und euren Geldvorrat auffrischen. Später gibt es dann die Möglichkeit per Katalog bestimmte Gegenstände erneut zu kaufen. Allerdings nur, wenn ihr diese schon einmal besessen habt. Das macht Sinn, wenn ihr euch entscheidet mit einem Charakter die Klasse zu wechseln und ihn gleich richtig einkleiden möchtet. Auch hier finde ich ging viel Potenzial verloren. Eine freie Auswahl, welchem Charakter ich welche Ausrüstung verpassen möchte, hätte mir besser gefallen.

Das hört sich nun alles recht negativ an. Warum also habe ich es dennoch durchgespielt und warum hat es mich dennoch vor den 3DS gefesselt?

Fazit: Auch wenn das Kampfsystem nicht perfekt ist, die Story ein wenig flach erscheint und ich mir generell mehr Tiefe gewünscht hätte: Es macht einfach tierisch Spaß! Zusammen mit den besten Freunden gegen die dunklen Schergen des Fürsten kämpfen, mit Darth Vader eine Quest bestreiten oder Prinzessin Peach einen Gefallen tun. Das ist hier alles möglich. Es macht Spaß die Charaktere aufzuleveln, der Schwierigkeitsgrad ist angemessen und für die Hauptstory kann man schon eine ganze Weile brauchen, wenn man sich alles genau anschaut. Von mir also eine klare Kaufempfehlung.

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